Theater hautnah
Am 19. und 20. Januar 2026 gastierte das Landestheater Dinkelsbühl mit dem Klassenzimmerstück „Mit gefesselten Fäusten“ an der Karl-Stirner-Gemeinschaftsschule Rosenberg. Die Aufführungen richteten sich an die Klassen 8a/b sowie 9G/M und brachten Theater unmittelbar in den Schulalltag.
Das Stück von Rike Reiniger erzählt als eindringlicher Monolog die Triumph- und Leidensgeschichte des sinto-deutschen Boxers Johann „Rukeli“ Trollmann. Erzähler Hans versucht zu vergessen – und ist doch selbst die Erinnerung: an eine Kindheitsfreundschaft, an Rukis Aufstieg zum besten Boxer Deutschlands, an den aberkannten Meistertitel und an das tragische Wiedersehen in einem Arbeitslager der Nationalsozialisten. Ein symbolträchtiges Bild – Boxhandschuh und Apfel – steht dabei für Stärke, Freundschaft und Verlust.
Besonders beeindruckend war die schauspielerische Leistung von Andreas Peteratzinger, der mit großer Intensität, Authentizität und Nähe zum Publikum überzeugte. Seine Darstellung fesselte die Schülerinnen und Schüler und machte die historische Thematik unmittelbar erfahrbar.
Im Anschluss kamen Andreas Peteratzinger und Intendantin Jasmin Meindl mit den Jugendlichen ins Gespräch. Dabei wurde offen über das Stück, seine historischen Hintergründe und die Bedeutung von Erinnerungskultur diskutiert – ein lebendiger Austausch, der zeigte: Theater, das ankommt, kann nachhaltig zum Nachdenken anregen.



